Gewerbeverein Oberglatt


GVO – Gewerbeverein Oberglatt


Wir haben auch schon Holz nach Grönland geliefert – Felix Schlatter

Felix Schlatter
Geschäftsführer

Schlatter Holzbau
Zimmerei – Sägerei
Im Sandacher 20
Oberglatt

Tel. 044 850 11 66
Mobile 079 303 11 89
www.schlatterholzbau.ch
schlatter@schlatterholzbau.ch

Wie lange gibt es Ihr Geschäft schon?

Mein Urgrossvater, Rudolf Schlatter, Jahrgang 1888, gründete die Zimmerei 1913 im festen Vertrauen auf Gott. Mein Grossvater, Ruedi genannt, Schreiner von Beruf, führte dann die Zimmerei weiter. Er dürfte vielen älteren Oberglatterinnen und Oberglattern noch in Erinnerung geblieben sein. 1975 übernahm mein Vater Walter den elterlichen Betrieb, erweiterte die Belegschaft, Gebäude, den Maschinenpark und leitete das Unternehmen als Zimmermeister während der folgenden 40 Jahre. Nach einem längeren Entscheidungsfindungsprozess bin ich nun im vergangenen Mai in der vierten Generation als Geschäftsführer in die Firma eingetreten.
Es ist beides geblieben, die Zimmerei und das Gottvertrauen.

In welchem Bereich ist Ihre Firma tätig?

Öfter wird die Tätigkeit des Zimmermanns mit derjenigen des Schreiners verwechselt oder gleichgesetzt. Wie die Maurer arbeiten Zimmerleute im Bau-Hauptgewerbe, jedoch mit dem Rohstoff Holz, dessen Anwendungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt sind. Das Aufrichten von Dächern und landwirtschaftlichen Gebäuden, das Erstellen von ganzen Häusern in Elementbauweise, Aussenwandverkleidungen in Holz, Sanierungen, Wärmedämmungen, das Einbauen von Dachfenstern, Treppen, Böden und vieles mehr zeichnen unseren Betrieb aus. Eine seriöse Beratung, Planung und Koordination geht jedem anspruchsvollen Bauvorhaben voraus.
In unserer Sägerei verarbeiten wir ganze Baumstämme aus den umliegenden Waldungen zu Balken, Brettern und Latten, welche entweder frisch verbaut oder für die spätere Weiterverarbeitung im Freien zur Lufttrocknung aufgestapelt werden. Durch den Verkauf unserer Sägereiprodukte und Hobelwaren können die vielfältigsten Bauwünsche realisiert werden.

Wer sind Ihre Kunden?

Wir produzieren, liefern und konstruieren für Industrie und Gewerbe, zählen also Architekten, Liegenschaftsverwaltungen, Landwirte und Privatpersonen zu unseren Kunden, im Umkreis von etwa 10 km.
Eine eher ungewöhnliche Bestellung traf einst von der ETH Zürich, Abteilung Glaziologie, bei uns ein: Wir erhielten den Auftrag, eine Sendung vorzubereiten, die für ein Projekt in Grönland bestimmt war, somit schicken wir bisweilen auch Holz in entlegene Weltgegenden.

Ihre Mitarbeitenden und Lernenden?

Mit Andreas Häfliger, Techniker TS und Bauführer, teile ich sowohl die Geschäftsleitung, als auch Büroarbeiten und Aktivitäten in unserem Team, welches zurzeit aus neun Berufsleuten und einem Lernenden, der im August seine Ausbildung begonnen hat, besteht. Wir haben eine lange Tradition in Sachen Lehrlingsausbildung, die bis zu meinem Urgrossvater zurückreicht, und zu Vaters Zeiten wurden fast 30 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet. Ob die Ausbildungsjahre positiv verlaufen hängt von Durchhaltewillen, Einsatz in Betrieb und Berufsschule, körperlicher Eignung und handwerklichem Geschick des Lernenden ab, überdies können Eltern, Kollegenkreis und Freizeitbeschäftigungen eine Rolle spielen. Ich persönlich bin überzeugt von der schönen und wichtigen Aufgabe, in junge Menschen zu investieren und sie auf einem Stück ihres Berufsweges zu begleiten.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie konfrontiert?

Technisch wandelt sich unser jahrhundertealte Beruf rapid: Statik und Verbindungstechnik, Bauphysik, Schall- und Brandschutz sind heute wichtige Themen. Hier arbeiten wir oft in Zusammenarbeit mit Fachspezialisten, Produkte-Herstellern, Architekten und Ingenieuren.

Auf der personellen Ebene erlebe ich es als herausfordernd, für meine Mitarbeiter ein guter Vorgesetzter zu sein und mich im Handumdrehen in einen ebensolchen Teamplayer zu verwandeln. Die grosse Bandbreite an Kundenwünschen sorgt für einen anregenden Berufsalltag, sei es, dass die Equipe bei Regen und Schnee an einer Scheune arbeitet oder bei einer Fertigmontage in der guten Stube darauf achten muss, dass die Lego-Burg des vierjährigen Sprösslings nicht beschädigt wird.

Wieso sind Sie Mitglied im Gewerbeverein Oberglatt?

Persönliche Beziehungen vor Ort sind etwas sehr wertvolles und unersetzbares, der GVO Oberglatt trägt viel dazu bei, dass diese geknüpft und vertieft werden und über den Dorfrand hinauswachsen können.

Hobbys?

Ich bin verheiratet und Vater dreier Töchter. Die Familie hat für mich einen zentralen Stellenwert und so verbringe ich den grössten Teil meiner freien Zeit mit ihr. Ich liebe gute Musik, besuche Konzerte und spiele selber E-Bass und Kontrabass. Eine weitere Liebe von mir gilt dem Fahrrad; ich mache gerne kürzere und längere Velotouren, alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie.


Das Interview wurde von Trix Imbach geführt.